Laufen macht Spaß,
besser Laufen
macht mehr Spaß!

Isabelle Baumann

 

 L a u f b e r i c h t e

Besonders gesund ist das "Schwätzlauftempo"

Bericht in der Heilbronner Stimme am 15.5.03 über unser Symposium am 13.5.03
Von Petra Halamoda


"Wenn ich mit dem Laufen beginne, sage ich ,Ja' zu mir selbst" , motivierte Marathontrainer Herbert Steffny in der Offenauer Saline Jogger und solche, die es werden wollten. Gemeinsam mit Laufexperte Charly Doll gab er den rund 250 Zuhörern Tipps zu Ernährung und zum Training.
49 Jahre alt sind sie beide. Der Biologe Herbert Steffny, der 1986 bei den Europameisterschaften im Marathon Bronze gewann und jetzt Ausdauersportsemiare gibt. Sportsfreund Charly Doll hingegen kennt sich als Küchenmeister in Hinterzarten mit der richtigen Ernährung aus und gilt als Deutschlands erfolgreichster Berg- und Ultraläufer, der längere Distanzen als 42 Kilometer mit links bewältigt.

In dreieinhalb Stunden streiften die beiden auch im Gespräch mit Heilbronner Stimme -Redakteur Helmut Buchholz, der die Veranstaltung moderierte, fast jedes Thema rund um den immer beliebter werdenden Sport. "Ihr müsst keine Vegetarier werden, um einen Marathon zu laufen. Fleisch, Fisch und Milch sind notwendig, aber eher in Beilagenportion", riet Steffny, der auch Joschka Fischer zum ersten Marathon geführt hatte. "Ab 30 Jahren wird es immer schwerer, das Gewicht zu halten", so der drahtige Referent mit den braunen Locken. Wer den Pfunden nicht den Kampf ansage, für den heiße das: Weniger Muskeln, mehr Fettgewebe.

Gefährlich seien optische Kalorienfallen. Manche leckere Pasta entpuppe sich in Wirklichkeit als Olivenölsuppe mit Nudelbeilage. Auch Alkohol enthalte viele leere Kalorien, Kaffee entziehe dem Körper Flüssigkeit. Und warum muss es immer die kalorienhaltige Nussschokolade sein? Auch Trockenfrüchte schmeckten schließlich süß. Manch Interessent, der sich mit dem Laufen anfreunden wollte, strich da schon innerlich die Segel. Der ein oder andere Zuhörer kicherte ertappt, weil seine Ernährungsrealität wohl wenig mit der Laufphilosophie zu tun hatte. Erleichterung machte sich breit, als Charly Doll erzählte, dass sein Leibgericht nicht Vollkornbrot mit Magerquark ist, sondern deftige schwäbische Kutteln.

Auch zur Marathon-Vorbereitung gab es Tipps: "Meist ist das Training dann richtig, wenn wir glauben, wir seien zu langsam", sagte Steffny. Viele Kilometer im "Schwätzlauftempo" seien besonders gesund.

Klar, dass viele zu der von der TG Offenau und den Organisatoren des Trollinger-Marathons durchgeführten Veranstaltung gekommen waren, um sich nochmal mit Profi-Tipps für den "Trolli" am Sonntag, 25. Mai, zu rüsten.

Die Woche vor dem Ereignis entspannen, Kleidung vorher testen, nicht zu schnell beginnen, lauteten die Anregungen. Ein Besucher klagte über Übelkeit nach dem Training. Mögliche Ursachen seien Nervosität, Überforderung oder die vom Laufen verursachte Bewegung der Innereien erklärte Steffny.

"Gibt es eine besonders gute Taktik für die Berge?", wollte ein Zuhörer wissen. "Am einfachsten wäre es, den Puls einfach gleich hoch zu halten wie auf ebenem Gelände", antwortete Charly Doll. Natürlich müsse die Geschwindigkeit aber gedrosselt werden.

 

15.05.2003

© Peter Ziegler 2004

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